Donnerstag, 5. März 2009

Warum eigentlich?

Als Veganer muss man sich ständig erklären. Wie oft haben wir nicht schon Sprüche gehört wie: "Ich kann ja verstehen, warum man kein Fleisch essen will, aber warum denn gleich Vegan?" oder "Ja, was esst Ihr denn dann noch?". Ganz zu schweigen von den vielen Vorurteilen gegenüber einer veganen Ernährung, von wegen, sie sei eingeschränkt, nicht abwechslungsreich, ungesund und vor allem viel zu kompliziert. Deswegen gebe ich Euch hier eine kleine Erklärung ab, warum uns Veganern die rein pflanzliche Ernährung so wichtig ist.

Dass bei der Fleischproduktion Tiere umkommen und leiden ist für jeden ersichtlich. Deshalb entscheiden sich viele Menschen (im Schnitt jeder 10.) zu einer vegetarischen Ernährungsweise. Doch leider ist damit das Leiden der Tiere noch nicht beendet:
Milchkühe müssen regelmäßig ein Kalb haben, damit sie Milch geben können. Sie werden oft direkt nach der Geburt erneut künstlich besamt, damit ja keine Pause in der Milchproduktion entsteht. Die Kälber braucht man weiter nicht, sie bekommen oft nur einen Bruchteil der Muttermilch, die sie so dringend brauchen, wenn überhaupt. Danach werden sie zu Kalbsfleisch verarbeitet. Auch bei Bio-Milch. Wo kommt denn sonst das Bio-Kalbsfleisch her? Die Kuh leidet darunter, dass ihr das Kalb weggenommen wird. Außerdem ist der ständige Zyklus von gebären und Milch geben sehr auslaugend. Unsere Milchkühe könnten bequem ein Alter von 20 Jahren erreichen- unsere Kühe sterben gewöhnlich bereits mit 5. Oft entzündet sich das Euter, die Tiere haben Mangelerscheinungen, können ihrer natürlichen Ernährung (Gras!) nicht nachgehen. Deswegen verzichte ich auf Milch und Milchprodukte.

Auf Eier verzichten wir nicht nur wegen der schlechten Haltung, der unnatürlichen Art, in der man einem Tier seine Fortpflanzung unmöglich macht, indem man ihm immer wieder seine Brut stiehlt, sondern auch weil schlichtweg Tiere sterben müssen. Dieses argument sollte auch jedem Vegetarier einleuchten. Die Legehennen der nächsten Generation kommen ja selbst aus Eiern. Nun, dem Ei sieht man nicht an, ob sich darin ein Hahn oder eine Henne befindet. Auch bei dem ausgeschlüpften Küken ist das schwer festzustellen. Dafür gibt es einen Experten, den sogenannten Chicken-sexer. Der kategorisiert die Küken in männliche und weibliche. Und entscheidet damit über Leben und Tod. Denn Hähnchen werden leider nicht fett genug, sodass sich das mesten lohnen würde, und Eier legen sie auch nicht. Also weg damit, die Küken werden zur einen Hälfte vermust- und wieder unter das Futter der Legehennen oder anderer Tiere gemischt. Die weiblichen Küken starten hier ein Leben in größter Grausamkeit. Deswegen verzichte ich auf Ei und Eiprodukte.

Gerne werde ich Euch auch Links stellen, auf denen Ihr lesen könnt, dass Milch- und Eiprodukte gar nicht unbedingt gesund für den Menschen sind, aber diese hier sind meine persönlichen Beweggründe.
Dass es mir, seitdem ich Veganer bin, körperlich viel besser geht, ist für mich eher ein schöner Nebeneffekt einer moralisch wertvollen Ernährung.

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